Scheuers Bauchklatscher ins Fettnäpfchen

21. Juli 2023

Kolumne von Kurt Heidingsfelder (NN)

Andreas Scheuer ist inzwischen politisch einigermaßen erledigt, aber wie konnte er überhaupt so lange in einem Spitzenamt überleben?

Lieber Andreas Scheuer,
eigentlich finde ich es mäßig interessant, jemanden zu bespötteln, der bereits der Prügelknabe der Nation ist. Doch für Sie mache ich gern eine Ausnahme. (Zwinker- Smiley) Ihr Wirken als gefühlt gegeltester, Teflon-beschichtetster, gockelhaftigster, dieselgläubigster. stümperhaftigster, redlichkeitsunverdächtigster und in Summe kostspieligster Bundesverkehrsminister aller Zeiten hat einfach noch mal eine besondere Würdigung verdient, jetzt, da sich Ihre Volksvertreterkarriere in einem, sagen wir, Zwischentief befindet. Dabei beschäftigen mich zwei Fragen.
Erstens: In welchem Abklinghäusl wird Sie Ihre Partei parken, wenn 2025 Ihr Bundestagsmandat ausläuft? Landesbank, Verband der Automobilindustrie, Hanns-Seidel-Stiftung, Bayerns Landesvertretung auf den Marshallinseln? Na ja, Hauptsache, Sie kommen nicht auf die Idee, doch mal als Lehrer arbeiten zu wollen. Der Kinder zuliebe. Wissen Sie, Herr Scheuer, wenn ich mich ganz arg darüber ärgere, wie die Ampel ihre oft richtigen Vorhaben versaubeutelt und Ihr Nachfolger weiter Autobahnen baut, stelle ich mir vor, die Union' hätte die letzte Wahl gewonnen und Sie wären immer noch Verkehrsminister. Glauben Sie mir, das dämpft die gröbste Enttäuschung über Scholz &. Co.
Damit zur zweiten Frage: Was hatten Sie all die Jahre gegen Markus, Söder in der Hand? Ihr Chef zeigt kaum Skrupel, Parteifreunde vom Hof zu jagen. Für ein einziges Prozent mehr bei der Sonntagsfrage würde er wohl sogar den Dackel aussetzen, den er neulich auf Twitter zum Knutschen gezwungen hat. Warum nur durften Sie solange weiterwursteln? Inzwischen ist es längst amtlich: Sie verschusselten im Maut-Desaster genauso „versehentlich" eine Viertelmilliarde Euro Steuergelder wie Sie im Bundestag mit der AfD stimmten.
Ups, war da was? DeSantis, Maskenaffäre, haltlose neue Bußgelder für den Straßenverkehr und so weiter - wo Fettnäpfchen lauern, da tappen Sie nicht hinein, Herr Scheuer. Sie machen Bauchklatscher. Aber! Um Sie aus dem Kabinett zu feuern, hätte Merkel damals die Zustimmung des CSU-Chefs gebraucht. Kaum vorstellbar, dass die Kanzlerin ihn nie gefragt hat. Also, endlich raus damit! Womit setzen Sie unseren Landesvater unter Druck. Mag der etwa gar keine Hunde? Bäume auch nicht? Die Bayern mehr als den Club? Kifft er heimlich im Keller und legt jede Woche einen Veggie-Day ein? Nur Mut, Herr Scheuer, die Wahrheit darf ans Licht. Und könnte es - Gott bewahre - vielleicht, eventuell, möglicherweise sein, dass die Ausländermaut nur ein sauteurer Wahlkampfgag der gesamten CSU war? Was haben wir gelacht! Ich bekomme übrigens noch einen Fünfer von Ihnen. 243 Millionen Euro geteilt durch 46 Millionen Steuerzahler - Sie verstehen…

Hier der original Textausschnitt aus der NN vom 17. Juli

Scheuer

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