ASF-Empfang 2016

10. Januar 2016

Ernste und leichte Töne beim ASF-Neujahrsempfang

Hacker&Pohl
German Hacker mit der "Wilden Hilde" beim vierhändigen Boogie

Eigentlich sollte der Neujahrsempfang der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Saal zum Kastanienbaum in diesem Jahr keine politische Veranstaltung sein. Das kündigte die erste Vorsitzende Ursula Walther zumindest an, aber die zweite Bürgermeisterin Herzogenaurachs, Renate Schroff, begnügte sich nicht mit einem Grußwort.

Sie ließ das „historische Jahr 2015“ – ein Jahr voller Kriege, Krisen und Naturkatastrophen – noch einmal aufleben. Terror und Flucht sind inzwischen ganz nah, mehr als eine Million Menschen haben in Deutschland Zuflucht gesucht. Ihrer Meinung nach, „eigentlich ein Kompliment für Deutschland“. Jeder zweite Deutsche habe für die Asylsuchenden gespendet, oder sich unmittelbar in der Flüchtlingshilfe engagiert. Das sei das bisher größte zivilgesellschaftliche Engagement in der Bundesrepublik Deutschland. Sie schloss sich den Worten von Bundespräsident Gauck an: „Sie alle sind zum Gesicht eines warmherzigen und menschlichen Landes geworden“. Aber sie verhehlte auch nicht, dass es Probleme gäbe. Die Flüchtlingspolitik erzeugt auch Sorgen und Angst nicht zuletzt angesichts eines noch nicht erkennbaren Konzepts von wirksamen politischen Maßnahmen. Der Streit zwischen CDU und CSU in dieser Frage sei alles andere als hilfreich. Mit ihren immer neuen Forderungen fischen Seehofer und Söder ihrer Meinung nach am rechten Rand und „treiben jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf“. Ihr positives Statement: „Deutschland ist ein starkes Land und Herzogenaurach eine starke, weltoffene Stadt“.

Dann übernahm die „wilde Hilde“ das Kommando. Hildegard Pohl, Frankens einzige Swingpianistin, eroberte im Handumdrehen das Publikum. Da brauchte es gar nicht ihre Aufforderung: „Seien sie locker und entspannen Sie sich“. Kraftvoll griff sie in die Tasten und gab als Auftakt schon einmal eine Kostprobe ihrer Virtuosität. Klassik, Jazz, Pop eine Koexistenz aller Musikgenres vereinigte sie zu einem gelungen neuen Sound. Eine Improvisationskünstlerin, die nicht nur mit ihrem Können als Konzertpianistin, sondern auch mit ihren ungewöhnlichen Einfallen die Zuhörer begeisterte. Da war sie etwa bereit einem Gast Klavierunterricht zu erteilen und welch ein Zufall – die Wahl fiel auf einen Mann mit roter Krawatte. Vierhändig durfte Bürgermeister German Hacker mit ihr den neu kreierten „Herzogenauracher Rockn’ Roll“ anstimmen. Begeisterungsstürme löste diese Welturaufführung aus. Die Forderungen der SPD-Frauen würdigte sie in einem extra für diesen Auftritt getexteten ASF-Song. Im Stil von Hildegard Knef bekräftigte sie ihr Statement: „Ich brech’ mit jeder alten Tradition, ich hol’ den Mann von seinem Thron“. Der frechen wilden Hilde hätten die Zuhörer sicherlich noch gerne länger gelauscht, aber sie beendete den Neujahrsempfang mit einem Potpourri aus sieben gewünschten Liedern. Mühelos vereinigte sie dabei den Bolero von Ravel mit „Mein kleiner grüner Kaktus“ oder „Yesterday“ von den Beatles zur „Herzogenauracher Hymne“. Ihre Zugabe: „Man nennt mich die wilde Hilde“ entließ ein bes(ch)wingtes, begeistertes Publikum ins neue Jahr.
(Margot Jansen)

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